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Thema: Niedrige Arbeit ? (Gelesen 3762 mal)
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Snoop1990
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Guten Tag, ein Freund hat mich auf eure Forum hingewiesen und ich finde eure Idee eines neuen Staatssystems wunderbar, denn auch ich habe mir schon lange Zeit den Kopf darüber zerbrochen wie man etwas verändern könnte und bin dabei immer wieder auf ein und das selber Problem gestoßen.
Wer verrichtet die Niedrige Arbeit ?
*Niedrige Arbeit, damit meine ich nicht die Arbeit, die man im Liegen oder in der Hocke verrichten muss, sondern viel mehr die Arbeit die keiner mag, wie zum Beispiel Müll entsorgen, oder Reinigungstätigkeiten, zum Beispiel Klo putzen.
Ich bin froh um jede Idee zu diesem Thema!
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Tobias
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Stört's dich, wenn Müll um dich rum liegt? Ja? Dann mach's weg. Stört's dich, wenn dein Klo stinkt? Ja? Dann mach's sauber! mpG Tobias 
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Snoop1990
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Traurig das eine so unproduktive Antwort von einem Moderator kommt !  Mich interessiert welche Anreize ein System in dem allen alles gehört schaffen will damit die Leute arbeiten ? In der DDR war es die Ehre "Mitarbeiter des Monats", toll und wer des nicht werden wollte der tat einfach den ganzen Tag nichts weil gefeuert werden konnte er ja nicht ! Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem des Kommunismus, es fehlt der Anreiz etwas zu machen ! Es fehlt die Motivation ! Denn die einzige Motivation die es für die meisten Menschen gibt ist Geld ein sehr trauriges Beispiel dieser Art ist die Sendung "I bet you will" auf einem Americanischen Musiksender. Wo Menschen ihren Ekel überwinden für einige wenige Dollar ! Arme Kapitalisten :-(
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Tobias
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Die Antwort ist ganz und gar nicht unproduktiv. Das Klo von einem Herrn XY will ich nicht putzen, ich mach's trotzdem, wenn ich einen ausreichend starken Anreiz bekomme, zum Beispiel die Möglichkeit einen anderen davon zu überzeugen, mir das Brot für die nächste Woche zu geben.
Mein eigenes Klo dagegen putze ich gern, weil ich ein eigenes, ausreichend starkes Interesse daran habe, ein sauberes Klo zu haben. Wenn dieses Klo von 10 anderen, mir gut bekannten und befreundeten Personen mitbenutzt wird, sehe ich das als Vorteil, weil ich das Klo dann nicht so häufig reinigen müssen sollte (die anderen sind ja auch mal dran).
Mit Müll ist das genauso. Ich bin daran interessiert, das Müll nicht in meiner Nähe herumliegt, weil ich um die Gefahren mangelnder Hygiene weiß und Müll per Definition auch schlicht unangenehm ist. Ich bin auch daran interessiert, dass der Müll ordentlich entsorgt wird, weil unökologischer Umgang mit Müll in meiner näheren Umgebung direkt dazu führt, das ich die Schadstoffe wieder auf einen Teller bekomme (Subsistenzwirtschaft).
Dementsprechend hat jeder ein Interesse daran, niedere, notwendige Arbeiten auszuführen. Gleichzeitig hat jeder ein Interesse daran, solche Arbeiten so gut es geht zu automatisieren oder anderweitig unnötig zu machen. Auf jeden Fall aber werden Sie erledigt, weil es anders nicht geht.
mpG Tobias
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Nospann
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Außerdem kann man ja die niedrigen Arbeiten aufteilen, der Mann bringt den Müll raus, macht den ungeliebten Papierkram, die Frau bügelt, das gibt es ja auch hört man bei Famlien, wo der Mann nicht Pascha spielt.
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Hans
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So etwas wie öffentliche Toiletten wird es dann wohl nicht mehr geben, oder? Naja, es ist ja dann auch nicht verboten einfach in der Natur zu pinkeln 
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Tobias
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Naja, angenommen ich lebe in einer Stadt, die von vielen Menschen von außerhalb besucht wird, weil sie in irgendeiner Form reizvoll ist. Stört es mich dann eher ab und zu mal die öffentliche Poyzellen-Toilette reinigen zu müssen oder stört es mich eher wenn die Leute vor meine Haustür pinkeln?
mpG Tobias
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Hans
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Nehmen wir das Beispiel Autobahnraststätte. Da passt deine Argumentation nicht mehr, denn es gibt zwar Leute, die es stört, wenn an einem solchen Ort der ganze Wald vollgeschissen (sorry) ist, aber glaubst du im Ernst, es wird sich jemand bereit erkären da aus dem Grund Toiletten hinzubauen und die auch noch zu reinigen?
Wenn es um das eigene Umfeld geht, kann ich mir das alles noch vorstellen, aber sobald es eine Situation gibt, in der niemand direkt und dauerhaft betroffen ist, gibt es das Problem, was ich mit dem Beispiel gerade beschrieben habe.
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Tobias
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Eine Autobahn (sofern man sowas denn überhaupt noch haben will) führt aber auch wieder durch das nächste Umfeld von irgendjemandem. Dieser irgendjemand würde sich dann wohl schon Gedanken darübermachen ... Zudem, eine übergeordnete Zelle, die sowas wie eine Autobahn plant und unterhält (das ist ziemlich viel Arbeit!), würde dieses Problem sicher nicht unberücksichtigt lassen. Vieles geht nur, weil man die Notwendigkeit einsieht, nicht, weil man Spaß dran hat.
mpG Tobias
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Hans
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Eine Autobahn (die es z. B. für schadstofffreie Fahrzeuge schon noch geben könnte) muss nicht durch das Umfeld von jemandem führen, wer will denn an einer Autobahn wohnen? In einer Panokratie, wo jeder sein Haus hinbauen kann wo er will, zieht doch niemand freiwillig an eine Autobahn (da ist man ja Lärm ausgesetzt (ja, auch schadstofffreie Fahrzeuge machen Lärm)).
Es wird jetzt immer kleinkarierter, ich merke das schon. Aber dennoch sehe ich prinzipiell bei solchen Dingen ein gewisses Problem. Es ist nichts überlebensnotwendiges, aber ich denke in einer Panokratie kommt man einfach nicht auf den gleichen Entwicklungsstand, wie wir ihn (auf diese materiellen Dinge bezogen) momentan haben. Dafür gibt es aber jede Menge andere Vorteile, die das wohl wieder mehr als ausgleichen und in einem direkten Vergleich eine viel höhere Gewichtung haben.
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Tobias
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Na, bei meinen Zweifeln an der Autobahn ging es mir weniger um Umweltbelastung, als vielmehr genau um diesen Punkt: Lärmbelästigung und damit verbundene Arbeit. In einer Panokratie, in der schnelle Warenbeförderung aufgrund regionaler angelegter Wirtschaftskreisläufe nur selten benötigt werden dürfte und das Individuum bei Reisen und dergleichen nicht unter Zeitdruck steht, gehen die wesentlichen Vorteile verloren, die eine Gesellschaft aus einer Autobahn (und aus dem Individualverkehr als ganzem) zieht. Daher glaube ich nicht daran, dass sich dann noch jemand findet, der die erheblichen Aufwendungen für Bau und Betrieb zu leisten bereit ist. Öffentliche Toiletten sind dabei das geringste Problem.
mpG Tobias
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Hans
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Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Mein mailprogramm hat einfach keine mails mehr für den mailaccount abgerufen und ich habe es nicht bemerkt (dachte es kam halt nichts^^). Also zum Thema: Dann ist es eben keine Autobahn sondern eine normale Straße oder ein Wanderweg. Du gehst meiner Argumentation damit ja nur aus dem Weg, aber nicht konsequent auf sie ein. Ist die Lösung also, dass die Leute einfach an möglichst verschiedenen Stellen in die Natur gehen um ihr Geschäft dort zu erledigen?  Wie die Tiere? Na ich weiß nicht. Ein weiteres Problem ist Müll: Menschen denken eher selten längerfristig an die Zukunft (sieht man ja überall). Es wird also Wanderer geben, die ihren Müll einfach in die Natur schmeißen, wodurch wird das reguliert? Wer baut freiwillig Mülleimer irgendwohin, wo er selbst garnicht vom Müll direkt gestört wird und leert diese auch noch regelmäßig? Es mag da einzelne Ausnahmen geben, aber niemals eine halbwegs vernünftige Abdeckung wie wir sie jetzt haben. Von diesen Beispielen kann man ja immer mehr bringen. Ich will damit nur sagen: Ich vermute, die Menschen sind einfach zu "schlecht" (was den Charakter betrifft) oder zu niedrig entwickelt oder was auch immer. Bin ich wirklich einfach nur ein Pessimist oder ist da was dran? Sei mal ehrlich...
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Tobias
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Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass das alles ein echtes Problem darstellt.
1. Niemand produziert leidenschaftlich Dinge, die so wertlos sind, dass man sie einfach wegschmeißen kann. Produkt- und damit Müllreduktion ist schon mal ein Teil der Lösung.
2. Auch ein Wald um einen Wanderweg herum gehört irgendwem (einer Moy-, Poy- oder sonstigen Zelle). Die Bewohner dieser Zelle haben keinerlei Interesse daran, dass ihr Gebiet verschmutzt wird, weil der Dreck auf kurz oder lang auf ihrem Teller landet. Dementsprechend werden sie darauf achten, dass die Infrastruktur vorhanden ist, um sowas zu verhindern. Die Arbeit müssen sie ja nicht allein machen - wer sollte die dortigen Bewohner daran hindern von der übergeordneten Zelle Hilfe anzufordern, schließlich sind deren Bewohner bei einem Naherholungsgebiet die Hauptnutznießer.
3. Haben auch die regelmäßigen Besucher eines Naherholungsgebiet ein Interesse daran, dass es sauber bleibt. Dementsprechend werden sich einer Hilfsanforderung der direkt betroffenen Zelle IMHO eher nicht verschließen und außerdem per Individualwacht auf andere (und sich selbst) einwirken, dass keine Sauereien passieren.
mpG Tobias
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Hans
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Zu 1.: Zunächst ist dazu zu sagen, dass auch die Übergangszeit zur Panokratie betrachtet werden muss. In dieser gibt es haufenweise Müll. Und selbst wenn man nur die Endphase betrachtet, Abfallprodukte lassen sich doch nicht vollständig vermeiden. Mindestens Stoffwechselendprodukte nicht (das hab ich ja am Anfang angesprochen) *lach
Zu 2.: Nicht jedes Gebiet muss zwingend einer Moy-, Poy- oder sonstigen Zelle zugeordnet sein. Das wäre, wenn überhaupt, wieder nur die Endphase, und selbst da muss es nicht so sein.
3. fällt damit weg, denn es muss sich nicht um ein Naherholungsgebiet handeln sondern kann z.B. Niemandsland sein.
Die Kernfrage lautet ja: Glaubst du wirklich, in einer Panokratie wird es keine oder nur eine vernachlässigbar geringe Anzahl Menschen geben, die auch bei Gelegenheiten, bei denen sie ungestraft und unbemerkt davon kommen würden, den bequemeren Weg (Müll einfach wegwerfen (oder andere Beispiele. Krall dich nicht daran fest)) gehen werden?
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Tobias
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Diese Menschen wird es weiterhin geben, völlig klar. Aber ich glaube nicht, dass das ein größeres Problem sein wird als es jetzt ist.
mpG Tobias
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