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Autor Thema: Panokratie -(m)eine Billanz  (Gelesen 1632 mal)
Helmut Schmied
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Panokratie -(m)eine Billanz
« am: 02.11.2006, 18:36:38 »

Nach 15 Beiträgen betrachte ich es als an der Zeit, eine Billanz zu ziehen.

Panokratie benutzt Schrift gewordene Sprache weniger als Erkenntnisinstrument komplexer, wirtschaftspolitischer Zusammenhänge und mehr dazu, eigene Standpunkte zu vertreten und zu ihrem Recht zu führen. Dadurch bleibt sie, unter Berücksichtigung ihres selbstgesteckten Ziels, hinter den durch ein Internetforum gebotenen Möglichkeiten zurück. Die 'Freiheit der eigenen Meinung' und 'das Recht, selbige neben andere zu stellen' bleibt der dem zu folgende Leitfaden kommunikativen Handelns.

Panokratie weiß mehr als sie sich zu sagen traut. Selbst Gründe für diese Zurückhaltung bleiben unausgesprochen. Sie geht von der Aussage:"Es sind ja doch bloss Worte!" als stillschweigend anerkannten Kodex des Stillschweigens aus. Als Kodex entbehrt er eine verbale Ausdrücklichkeit, die mittels -subjektiven und ihr selbst als nicht verobjektivierbar scheinenden- Empfindungen, Gefühlen und Emotionen kompensiert wird.
Die 'Propaganda der Tat' stranguliert sich am Beispiel der Panokratie mittels ihrer Mißbereitschaft, Worte als geistige Taten anzuerkennen und zu praktizieren, selbst.
Zu einer 'Propaganda der reinen Tat', zu der Panokratie eigentlich -ver-führen will, fehlt ihr das entscheidente Quäntchen Mut und Vertrauen in ihre theoretischen Werkzeuge.

Panokratie erweist sich als relativ unfähig die permanente (R)Evolutionen ersten, zweiten und dritten Grades zu denken und zum Ausdruck zu bringen. Die so entstehende unreflektierte Nutzung ihres theoretischen Werkzeugs vermittelt einen Eindruck von unzeitgemäßer Systembetrachtung die wiederum eine breite Angriffsfläche bietet.
Der status quo vadis wird mehr als förmlich dazu eingeladen, Panokratie als ernst zu nehmende Strömung innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Wandels zu vernachlässigen und zurück zu drängen.
Neoliberalem wirtschaften, als aktiver Teil des gesamtgesellschaftlichen Wandels, wird so die Tür geöffnet, sich selbst als einzig vertretbare Antwort auf die sociale Frage zu gebärden.
Panokratie begnügt sich damit, Auffangbecken von Kollateralschäden der immer deutlicher werdenden und als solche aufstrebenden Ökonokratie zu bleiben und als solches der herrschenden Meinung zu dienen.

Panokratie ist sich diesen Punkten (zumindest vor)bewußt. Auf ein disbezügliches briefing zur Bündelung subjektivitätsbedingter Uneinigkeiten wurde bis dato weitestgehend verzichtet. Der Einzelne kann, selbst wenn sie ihren ausdrücklichen Willen dazu erklären würde, nicht in den Dienst von Panokratie stellen.
Zur 'Propaganda der reinen Tat' fehlen dem Einzelnen die Möglichkeiten. Nur ein Kollektiv aus mindestens fünf Menschen kann in diesem Sinne der Propaganda der reinen Tat entsprechen.
Die Vermittlung intersubjektiver Fähigkeiten als Vorbereitung auf die Arbeit in einem Kollektiv könnte eine Aufgabe sein, der sich mittels des Forums angenommen werden könnte. Zugunsten von Vereinzelung und infolge von Mißverständnissen gegenüber der 'Propaganda der Tat' wie oben beschrieben wird hier allerdings auch darauf weitestgehend verzichtet.

etc. etc....

Abschließend bliebe die Frage, inwieweit sich Panokratie selbst ernst nimmt und inwieweit es hier als Spiel begriffen und betrieben wird.
Das wäre der Ausgangspunkt, von dem aus ich, aufgrund dieser Billanz wenig optimistisch, in eine zweite Runde starten wollen würde.

Mit freundlichen Grüßen.
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Rondo.
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Re: Panokratie -(m)eine Billanz
« Antwort #1 am: 02.11.2006, 19:50:14 »

Hallo Helmut,
Die Frage ist natürlich mit wie vielen Panokraten, du hier geredet hast? Ich habe oft das Gefühl es sind hier kaum noch welche vertreten sind, daher ist es sicher schwer sich ein Bild über DEN Panokrat zu machen. Es fällt mir auch schwer auf solche Fragen zu antworten. Eine Antwort kann ich nur als Individuum geben, da ich mich weder als Panokrat noch als Anarchist fühle.
Eine andere Frage ist in welcher Weiße deine Bilanz durch XYZ und seinen an Beleidigung grenzenden Post beeinflusst ist. Meines Wissens versteht er sich nicht als Panokrat, auch wenn ich nicht weiß, was er sonst ist oder welcher Ideologie er nahe steht. Die Frage könnte ich auch an dich weitergeben. Wenn du schon kein Panokrat bist, was siehst du als Alternative?
Des weiteren wirft sich bei deiner Bilanz weitere Fragen auf.

Sie geht von der Aussage:"Es sind ja doch bloss Worte!" als stillschweigend anerkannten Kodex des Stillschweigens aus. Als Kodex entbehrt er eine verbale Ausdrücklichkeit, die mittels -subjektiven und ihr selbst als nicht verobjektivierbar scheinenden- Empfindungen, Gefühlen und Emotionen kompensiert wird.

Worte sind längst nicht objektiv sonder erwecken bei jedem Menschen andere Gedanken und auch Emotionen. In meiner geistigen Welt, in meinem Geist, gibt es einen bestimmten Gedanken den ich dir vermitteln will, dafür brauche ich das Wort. Das Wort erweckt bei dir Gedanken oder auch Emotionen. Aber diese Gedanken sind nicht unbedingt meine Gedanken. Wenn ich das Wort Egoismus verwende, haben viele Menschen den Gedanken eines rücksichtslosen Menschen der alles was ihm in den Weg steht ausschaltet. Keine Liebe und kein Mitleid kennt. Für mich bedeutet es Selbstbestimmung, geistige Befreiung und Autonomie. Ich kann dir meine Gedanken nie verlustfrei durch Worte übermitteln. Ich muss immer diesen einen Gedanken durch „andere Gedanken“ versuchen zu erklären, den Gedanken logisch aufbauen. Wobei ich diese „andere Gedanken“ als vorhanden und meinen gleich ansehen muss. Sollten sie es nicht sein, ist auch der Gedanke den ich dir versuche zu übermitteln ein anderer. Ein Beispiel. Ich habe den Gedanken, dass der Teufel böse ist. Wenn ich jetzt sage „Der Teufel ist böse“ daher Teufel = böse. Setze ich voraus dass du unter „böse“ das Gleiche verstehst wie ich. Solltest du aber denken, dass „böse“, etwas nettes und hilfsbereites ist bekommt auch der Teufel eine andere Bedeutung. Ich hoffe ich konnte meine Gedanken relativ gut vermitteln.
Mit Gefühle wird es noch schwerer. Gefühle sind zwar zum Teil an Worte gebunden so z.B. erweckt das Wort WTC eine bestimmte Gefühlsregung. Aber nur bei Menschen welche das Gefühl kennen, und es ist nur selten das gleiche Gefühl. Ein Amerikaner wird bei dem Wort WTC etwas anderes empfinden als ein Taliban. Da die Panokratie in manchen Richtungen sehr Gefühlsbetont ist wird das Reden über diese Dinge schwer. (Stichwort Verknüpfung von Gefühl und Vernunft). Abschließend um es mit Goethes Worte zu sagen „Du gleichst dem Geist den du Begreifst“.

von unzeitgemäßer Systembetrachtung

Was ist eine zeitgemäße Systembetrachtung? Oder um die Frage zu erweitern in welchem System leben wir? Und in welche Richtung entwickelt sich dieses?

Der Einzelne kann, selbst wenn sie ihren ausdrücklichen Willen dazu erklären würde, nicht in den Dienst von Panokratie stellen.

Wenn es nicht der Einzelne kann, wer kann es dann? Was gibt es denn außer dem Einzelnen, oder einem Verein der Einzelnen?

fehlen dem Einzelnen die Möglichkeiten. Nur ein Kollektiv [...] kann in diesem Sinne der Propaganda der reinen Tat entsprechen [...] die Arbeit in einem Kollektiv [...] Zugunsten von Vereinzelung

Kollektiv, mangelnde Möglichkeiten des Einzelnen, Vereinzelung.

Als Individualist jagen mir diese Wörter eine kalten Schauer über den Rücken. Kannst du es etwas näher begründen? Was kann der Einzelne nicht? Und warum braucht er ein Kollektiv?

Gruß Rondo
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Helmut Schmied
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Re: Panokratie -(m)eine Billanz
« Antwort #2 am: 04.11.2006, 15:37:25 »

Hallo Rondo.,

die Frage ist eher, wenn ich so pathetisch sprechen darf:
warum tust du mir das an?
Hat doch spätestens meine Billanz gezeigt, daß ich zu konstruktiven Beiträgen zu Panokratie nicht in der Lage bin; am Boden liege quasi.
Warum noch mal extra 'reintreten. Um auch wirklich sicher zu gehen?
Die neue Menschlichkeit? Rache des Siegers?

Mit freundlichen Grüßen.
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Rondo.
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Re: Panokratie -(m)eine Billanz
« Antwort #3 am: 05.11.2006, 18:51:43 »

Das war eigentlich nicht meine Absicht. Ich bin hier zur eigenen Erkenntnisgewinn durch Diskussion und Konflikt mit anderen Menschen. Irgendjemand auf den Boden zu zwingen ist meine letzte Absicht. Was soll es mir auch nützen?
Ich verstehe nicht warum du dich auf dem Boden geworfen fühlst. Deine bisherige Argumente waren sehr gut, auch wenn ich sie nicht teile. Aber es scheint das keiner eine Diskussion auf sachlicher Ebene mit dir führen kann. Die Möglichkeit der Beleidigung und Polemik ist ein gutes Mittel wenn man mit der Theorie nicht mehr dagegen halten kann. Wie passend das XXY Marx als Avatar hat, der bediente sich oft dieser Technik.

Gruß Rondo
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H.und K. Atze
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Re: Panokratie -(m)eine Billanz
« Antwort #4 am: 05.11.2006, 23:12:33 »

Auf eine gewisse Art und Weise ist es schon irgendwie "lustig":

du kommst hier 'reingerauscht wie ein Orkan auf der Flucht vor 'ner Flaute, bläßt erstmal jeden um mit deinen Einsichten aus dem windigen Elfenbeinturm um dann in dich zusammenzufallen sobald dir ein, zwei Fragen gestellt werden, die es etwas genauer wissen wollen.
Nimm deine Bilanz beispielsweise:
du lässt kaum ein gutes Haar an der Panokratie. Wundert es dich tatsächlich so sehr, daß Rondo da einfach mal - sehr zurückhaltend wie ich finde - nachfragt? Damit hättest du im Vorfeld rechnen können; daß andere Menschen zwar genau die gleichen Punkte auch sehen, sie aber einfach anders beurteilen.

Ich mein,... ich lache dich nicht aus, versteh' das nicht falsch.
Ich kenne das Gefühl, mich zu weit vorgewagt zu haben, das dann an einer "Kleinigkeit" zu bemerken und mich dann zum Rückzug gezwungen zu fühlen. Unangenehm, sehr unangenehm.

Mich hast du immerhin auch an den Rand meiner "Theorie" gebracht; bis mir dann schlußendlich die Hutschnur geplatzt ist und ich nur noch pampig werden konnte. Vielleicht solltest du deine "edle Theorie" auch mal ab und an hinten anstellen und einfach mal 'drauf loskotzen; im übertragenen Sinn.
Du hast bei mir allerdings auch einiges in Bewegung gesetzt. Natürlich hätte ich das nicht zugegeben wenn du dich hier nicht "ergeben" hättest. Erfolge will man ja lieber selbst erarbeitet haben. Selbst wenn einen jemand dazu angestossen hat ist man es immerhin noch höchstselbst gewesen, der sich überhaupt hat anstossen lassen.
Um die Illusion des Ego zu überwinden,... dazu braucht es nicht bloß Theorie.

Ich hoffe, du bleibst dabei bzw. kommst wieder nachdem du dich wieder etwas gefangen und gesammelt hast.
Du bist auf 'nem guten Weg.
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Nospann
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Lieber die Finger anbrennen als lebendig gekocht


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Re: Panokratie -(m)eine Billanz
« Antwort #5 am: 21.12.2007, 20:48:02 »

Das passt jetzt vielleicht - doch - in diesen Zusammenhang.

Mir ist aufgefallen dass viele Menschen vor allem unserer Kultur sehr zweiwertig denken, entweder es ist so,
wie es ist oder es muss sich alles auf einmal ändern, auch wenn die Theorie nicht stimmt.

Theorien waren noch niemals identich mit der Realität. Die Theorien beschönigen die Realität.

Wenn es Zustände geben soll, wie man sie sich in der Panokratie wünscht, muss man nicht anfang, sofort eine Myozelle zu gründen, klar kann man das, aber man muss doch erstmal den GEIST dazu haben, so mit anderen zu leben. Habe ich das, DAS ist die Frage.

Der Zustand der Welt und der Gesellschaft wird nicht besser werden, daher tut jeder gut daran, seine sozialen Kontakte nicht zu überstrapazieren und gut zu pflegen, denn unabhängig von Zeit und Raum bildet doch jeder für sich immer die Gesellschaft, man kann sich natürlich auch abspalten, aber das wird immer nur soweit funktionieren, wie man mit den Vorstellungen und Gewohnheiten anderer zurechtkommt.

Viele versuchen hier das ganze auf eine geschlossene Theorie zu reduzieren, aber so geht das nicht. Es gibt viele unterschiedliche Köpfe, Lebensweisen, Erfahrungen. Will man also konstruktiv über etwas reden, spricht man doch zuerst mal über das FUNDAMENT und über die Bausteine der Panokratie, wie zum Beispiel:

Tauschhandel (Geht es auch ohne Zins-Geld?)
Wertschöpfung (Macht es Sinn, was ich arbeite?)
Recykling (Habe ich Dinge, die ander benötigen?)
Familie
usw.
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