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| | |-+  Was soll das??
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Autor Thema: Was soll das??  (Gelesen 14345 mal)
ProDerGes
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Wer bist Du? Woher kommt die Welt?


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Re:Was soll das??
« Antwort #30 am: 16.11.2003, 14:52:54 »

Also wo liegt da nochmal der Unterschied ? Die ominöse "gänzlich andere Erziehung" vielleicht, von der hier öfters die Rede ist ? Ich frage mich nur jedesmal, woher diese Erziehung den nur kommen soll, das sie nicht in einem demokratischen, freien Kapitalismus auch kommen könnte.
[........]
 Ich sehe schlichtweg keine elementare Änderung zwischen Kapitalismus und der - idealistischen - Schenkwirtschaft, ausser dass das geradezu geniale Regelwerk von Angebot und Nachfrage fast unersetzt wegfällt, und es undenkbar komplizierter, wenn nicht gar unmöglich wird, Leistung gerecht zu entlohnen.

                                     ParaM!nd
Wie kommst Du auf die Idee, dass ein Kapitalismus demokratisch und frei überhaupt noch
funkionieren könnte? Oder hast Du eine andere Vorstellung von "demokratisch und frei" als ich?
Was ist an den jetzigen Unternehmensstrukturen in ihrer Hierarchie denn demokratisch? Warum soll denn der Konzerncheff jährlich Millionen kriegen und ich als Arbeiter unterbezahlt bleiben? Verstehst Du das als "gerechte Entlohnung"? Mich würde dann doch tatsächlich der Unterschied interessieren, den der Konzerncheff soviel mehr wert macht als mich mit meiner 40-Stunden-Woche...

Vorausgesetzt ich finde es demokratisch, wenn es keinen Konzerncheff gibt und alle Arbeiter im Kollektiv Entscheidungen fällen, ohne dass einer benachteiligt würde, hätte der Kapitalismus ein riesiges Problem:
Wenn jeder gerecht bezahlt würde, kann niemandens Arbeitskraft mehr ausgeneutet werden! Es würde keinen Mehrwert an menschlicher Arbeit geben, dass einem Kapitalisten in die Hände fließt. Laut Marx wäre damit schon eine der wichtigsten Eigenschaften dieses Systems, die seiner ERhaltung und überhaupt seiner Begründung dient, abgeschafft. Ich denke, das würde kein Unternehmerverband zulassen Wink

Die aus meiner Sicht undemokratische Alternative wäre, dass Abteilungsleiter und Manager usw. weiterhin schalten und walten können, aber jeweils gerecht entlohnt werden. Allerdings sollte man den Anreiz, den Du der Panokratie so gerne in die Schuhe schiebst, auch nicht vergessen. Menschen, die mir hierarchisch übergeordnet sind, bemerken sehr schnell, in welcher Machtposition sie sind und werden dementsprechend agieren, was in der Folge auch wieder zu Korruption führen kann.

Demnach wäre diese Variante wohl die schlechtere, wenn mensch den Kapitalismus schon allein auf Unternehmensstruktur demokratisieren wollte.

Also: basisdemokratische Unternehmensführung? Ist das deine Alternative?
Ich find sie wirklich interessant, jedoch versteh ich nicht, wieso diese leichter einzuführen sein sollte oder aber stabiler als panokratische Varianten (sofern da Unterschiede bestehen...bin nicht so der Spezialist, sorry) ist.


Das Angebot und Nachfrage Regelwerk ist sicherlich ein gutes Argument, ich denke darüber nach...
Auch hier wieder meine Frage: Meinst du, dass es in der Panokratie nicht nach Angebot und Nachfrage abläuft, was produziert wird und in welcher Menge. Ich glaube, dass es dort sogar sehr viel effizienter vonstatten gehen würde.
Weil nichts Überflüssiges produziert wird, was eigentlich niemand braucht und das mensch dann - wie heutzutage  - mit großartigen Werbekampagnen unter Volk bringt und damit mit sämtlichen psychologischen Wässern gewaschen Menschen zu bereitwilligen Konsumenten manipuliert und ihnen somit ihre Autonomie nimmt, frei zu
entscheiden, was sie wirklich brauchen. Der heutige Konsument kauft also teilweise Dinge, wie zum Beispiel ein Auto,
weil es durch die Autoindustrie in den Fünfzigern bis heute zu einer gesellschaftlichen Konvention gemacht wurde.
Schicke Autos zu fahren erhöht das Ansehen usw. ...
Wie willst du den Kapitalismus ändern, ohne seine Grundgedanken der Profitmaximierung (auf teufel-kommraus) und der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, die ALLEIN den Profit darstellt, abzuändern?...denn durch nichts anderes wird
Mehrwert geschaffen, als durch Unterbezahlung. D.h. der Kapitalist nimmts dem Lohnarbeiter. Solange also diese Hierarchie bestehen bleibt, bleibt Kapitalismus in unserer heutigen Form bestehn.

Willst du sie abschaffen, dann bekommst du mindestens soviele Probleme wie kommunistische Revolutionäre.

Willst du sie nicht abschaffen, dann verstehe ich nicht, wie du den Kapitalismus freier und demokratischer machen
willst - sorry!


Gruß,
Thomas
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Alle Ordnungen des Menschen sind darauf bedacht, dass das Leben in einer fortgesetzten Zerstreuung der Gedanken nicht gespürt werde. -- F. Nietzsche
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